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Musiker

Michel Legrand

Michel Legrand - © 2006 mvonlanthen

geboren am 24.2.1932 in Paris, Île-de-France, Frankreich

gestorben am 26.1.2019 in Paris, Île-de-France, Frankreich

Links www.michellegrandofficial.com (Englisch)
www.rfimusique.com (Französisch)

Michel Legrand

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Michel Jean Legrand (* 24. Februar 1932 in Paris) ist ein französischer Komponist, Pianist, Sänger und Arrangeur.

Leben

Erste musikalische Eindrücke erhielt Legrand durch seinen Vater Raymond Legrand, der als Leiter eines Varieté-Orchesters Musiker wie Édith Piaf und Maurice Chevalier begleitete. Sein Studium am Conservatoire von Paris, u. a. bei Nadia Boulanger, schloss er 1952 ab. Bereits in diesem Jahr arrangierte er ein Streicheralbum für Dizzy Gillespie. 1952 begleitete er Maurice Chevalier auf einer USA-Tournee.

Seit Ende der 1950er Jahre wendete er sich verstärkt der Filmmusik zu. Seine Soundtracks für Hollywood-Filme begründeten seinen Weltruhm. Eines seiner weltweit bekanntesten Werke ist das Musical-Filmdrama Die Regenschirme von Cherbourg (Les Parapluies de Cherbourg) aus dem Jahre 1964, in dem Catherine Deneuve ihren ersten Auftritt hatte. Zwölfmal wurde er für den Oscar nominiert, der ihm für den Filmsong zu Thomas Crown ist nicht zu fassen, Windmills of your Mind (1968) und die Soundtracks zu den Filmen Sommer ’42 (1971) und Yentl (1983) auch verliehen wurde. Daneben wurde er dreimal für den César nominiert und zwölfmal für den Golden Globe Award, den er für Thomas Crown ist nicht zu fassen einmal erhielt. Insgesamt schrieb er Musiken zu etwa zweihundert Kino- und Fernsehfilmen, etwa für den Spielfilm Atlantic City, USA (1980) von Regisseur Louis Malle mit Burt Lancaster in der Hauptrolle. Er komponierte auch die Musik für die französische Zeichentrickserie Il etait une fois la vie (1987), die in Deutschland unter dem Titel Es war einmal … das Leben bekannt ist.

Als Jazzpianist arbeitete er u. a. mit Django Reinhardt zusammen. 1958 nahm er ein Jazzalbum mit Donald Byrd, John Coltrane und Ben Webster auf. 1978 spielte er das Album Le Jazz Grand mit Gerry Mulligan, Phil Woods Jon Faddis, Ron Carter und Grady Tate ein. 1983 produzierte er ein weiteres Jazz-Album mit dem Titel „After the Rain“ mit Ron Carter, Grady Tate, Zoot Sims, Phil Woods u. a. 1991 entstand in Zusammenarbeit mit Miles Davis das Album Dingo. 2004 entstand ein Tribut-Album für Luiz Eça.

Legrand wurde fünfmal mit dem Grammy ausgezeichnet. 1998 wurde ihm der Henry Mancini Award zuerkannt. Am 28. Juni 2011 wurde Legrand der Look & Listen – Telepool-BR-Music-Award für sein Lebenswerk als Komponist von Filmmusik verliehen.

Daneben trat Legrand auch als Dirigent und Pianist mit Werken von klassischen Komponisten wie z. B. Eric Satie auf.[1] 2013 legte Legrand seine Autobiographie Rien de grave dans les aigus (Éditions du cherche midi) vor.

Familie

Michel Legrand ist der jüngere Bruder der Vokalistin Christiane Legrand, Mitglied der Swingle Singers. Seine Tochter Eugénie, verheiratet mit dem Reiter Cédric Angot, ist als Springreiterin aktiv und nahm an den Olympischen Spielen 2004 teil.[2] Der Freund seines Vaters und Bruder seiner Mutter war der Orchesterleiter Jacques Hélian, sie stammen aus einer armenisch-französischen Familie.[3]

Filmografie (Auswahl)

  • 1961: Mittwoch zwischen 5 und 7 (Cléo de 5 à 7)
  • 1962: Die blonde Sünderin (La Baie des anges)
  • 1962: Die Geschichte der Nana S. (Vivre sa vie)
  • 1962: 40 Millionen suchen einen Mann (Love is a Ball)
  • 1964: Die Außenseiterbande (Bande à part)
  • 1964: Die Regenschirme von Cherbourg (Les Parapluies de Cherbourg)
  • 1964: Die Frauen sind an allem schuld (Les Plus belles escroqueries du monde)
  • 1965: Der Spion, der in die Hölle ging (Corrida pour un espion)
  • 1966: Leben im Schloß (La Vie de château)
  • 1967: Das älteste Gewerbe der Welt (Le plus vieux métier du monde)
  • 1967: Die Mädchen von Rochefort (Les Demoiselles de Rochefort)
  • 1967: Die Chinesin (La Chinoise)
  • 1968: Thomas Crown ist nicht zu fassen (The Thomas Crown Affair)
  • 1968: Eisstation Zebra (Ice Station Zebra)
  • 1968: Ein dreckiger Haufen (Play Dirty)
  • 1968: Das Schloss in den Ardennen (Castle Keep)
  • 1968: Der Swimmingpool (La Piscine)
  • 1968: Zärtlich schnappt die Falle zu (How to Save a Marriage and Ruin Your Life)
  • 1969: Happy End für eine Ehe (The Happy Ending; Lied: What Are You Doing the Rest of Your Life?)
  • 1970: Die Dame im Auto mit Brille und Gewehr (La Dame dans l’auto avec des lunettes et un fusil)
  • 1971: Der Mittler (The Go-Between)
  • 1970: Sommer ’42 (Summer of 42)
  • 1970: Le Mans
  • 1971: Musketier mit Hieb und Stich (Les Mariés de l’An II)
  • 1972: Brutale Schatten (Un homme est mort)
  • 1972: Kerzenlicht (Les Feux de la Chandeleur)
  • 1973: Nora (A Doll’s House)
  • 1973: Treffpunkt Central Park (Cops and Robbers)
  • 1973: Die Umstandshose (L’Événement le plus important depuis que l’homme a marché sur la lune)
  • 1973: Die drei Musketiere (The Three Musketeers)
  • 1973: Begegnung am Vormittag (Breezy)
  • 1975: Die schönen Wilden (Le Sauvage)
  • 1975: Sondertribunal – Jeder kämpft für sich allein (Section spéciale)
  • 1976: Robin und Marian (Robin and Marian)
  • 1978: Es war einmal … der Mensch (Il était une fois … l’homme)
  • 1979: Der Baron von Münchhausen
  • 1980: Atlantic City, USA (Atlantic City)
  • 1980: Jeder Kopf hat seinen Preis (The Hunter)
  • 1981: Ein jeglicher wird seinen Lohn empfangen… (Les Uns et les Autres)
  • 1981: Es war einmal … der Weltraum (Il était une fois … l’espace)
  • 1982: Ein pikantes Geschenk (Le Cadeau)
  • 1982: Zwei dicke Freunde (Best Friends)
  • 1982: Slapstick (Slapstick (Of Another Kind))
  • 1983: Yentl
  • 1983: Sag niemals nie (Never Say Never Again)
  • 1983: Eine Liebe in Deutschland
  • 1984: Jesse Owens – Idol und Legende (The Jesse Owens Story)
  • 1985: Weggehen und wiederkommen (Partir revenir)
  • 1988: Eine Frau steht ihren Mann (Switching Channels)
  • 1995: Les Misérables
  • 2002: And Now … Ladies & Gentlemen
  • 2018: The Other Side of the Wind

Weblinks

 Commons: Michel Legrand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ein Musiker für alle Lebensstationen in: FAZ vom 20. Februar 2012, Seite 30
  2. Triplé français et triomphe pour Eugénie, 30. Mai 2004 (französisch)
  3. Jean Bahuaud: Jacques Hélian et son orchestre, bei dutempsdescerisesauxfeuillesmortes
Diese Seite wurde zuletzt geändert am 10.10.2018 01:02:39

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