Musikdatenbank

Musiker

Cesaria Evora

Cesaria Evora

geboren am 27.8.1941 in Mindelo, Sao Vicente, Kapverdische Inseln

gestorben am 17.12.2011 in Mindelo, Sao Vicente, Kapverdische Inseln

Links www.cesaria-evora.com (Englisch, Französisch)

Cesária Évora

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Cesária Évora 2008
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[1]
São Vicente di longe
  CH 32 15.04.2001 (11 Wo.)
Anthologie – Mornas & Coladeras
  CH 58 21.07.2002 (6 Wo.)
Voz D’Amor
  CH 57 05.10.2003 (6 Wo.)
Rogamar
  CH 38 19.03.2006 (6 Wo.)
Nha sentimento
  CH 83 15.11.2009 (2 Wo.)

Cesária Évora (IPA: [sɨˈzaɾiɐ ˈɛvuɾɐ]; * 27. August 1941 in Mindelo; † 17. Dezember 2011 ebenda[2]) war die bekannteste Sängerin Kap Verdes und gilt als Königin der Morna.

Biografie

Cesária Évora wurde die „barfüßige Diva“ genannt, weil sie traditionell ohne Schuhe und Strümpfe auftrat. Sie stammte aus einer Musikerfamilie der Stadt Mindelo auf der Insel São Vicente und hatte vier Geschwister. Ihr Vater Justino da Cruz Évora spielte Cavaquinho, Gitarre und Geige. Nach seinem frühen Tod kam Cesária erst in ein Kinderheim, dann zu Pflegeeltern. Sie lebte von Live-Auftritten in den Kneipen der Stadt. 1988, mit 47 Jahren, bekam sie ihren ersten Plattenvertrag und wurde sehr schnell zu einem Weltstar.

Zusammen mit Peter Maffay nahm sie den Song Sodade auf, der 2006 auf Maffays CD Begegnungen 2 – Eine Allianz für Kinder erschien. Im selben Jahr war sie am Album Carnets de bord des französischen Sängers Bernard Lavilliers beteiligt.

Die Sprache ihrer Lieder ist das kapverdische Kreol ihrer Heimat.

2008 erlitt Cesária Évora während einer Tournee in Australien einen Schlaganfall. Im Oktober 2009 erschien ihr Album Nha Sentimento, das im Frühjahr 2009 in Mindelo und in Paris aufgenommen und von José da Silva produziert worden war. Im September 2010 trat sie aus gesundheitlichen Gründen von der Bühne ab und kehrte aus Paris nach Cabo Verde zurück, um, wie sie sagte, „die letzten Tage“ in ihrer Heimat zu verbringen. Sie starb am 17. Dezember 2011 in Mindelo. Der kapverdische Premierminister José Maria Neves ordnete daraufhin eine 48-stündige Staatstrauer an.[3]

Die Musik

Der Ton ihrer Lieder ist lyrisch: Lebenslust, Wehmut und süße Melancholie, verlorene Liebe, Schmerz und Hoffnung, zusammengefasst in Sodade. In Voz d’Amor singt sie:

Tiefere Gefühle
Als alle schon durchkreuzten Meere
Meine Heimat, meine verborgene Welt
In der linken Seite meiner Brust.

Évora wird begleitet von Gitarre, Cavaquinho, Klavier, Bass, und Perkussion, dazu kommen häufig Geige, Akkordeon und Sopransaxophon. Hintergrund ihrer Lieder ist die Geschichte ihrer Heimat mit Themen wie Isolation, Sklavenhandel und Emigration. Neben den typisch kapverdischen Liedern interpretiert sie auch Lieder anderer Herkunft, zum Beispiel Besame Mucho. Der Gesangsstil ist geprägt von Glissandi in der Intonation und einem relativ freien Timing, das insbesondere bei rhythmischen Liedern im Kontrast steht zum festen Timing der Begleitband. Damit erhält die Musik ihren typischen, entspannt fließenden Charakter.

Nachwirkungen

2013 veröffentlichte der belgische Musiker Stromae auf seinem zweiten Studioalbum Racine carrée eine Hommage an Cesária Évora mit dem Titel „Ave Cesaria“.

Auszeichnungen

  • 1997: Kora All African Music Awards in den drei Kategorien Best Artist of West Africa, Best Album, Ehrenpreis der Jury[4]
  • 1998: Preis der deutschen Schallplattenkritik[5]
  • 1999: Preis der Deutschen Schallplattenkritik[5]
  • 1999: Großkreuz des Ordens des Infanten Dom Henrique
  • vor 2004: Fünf Nominierungen für die Grammy Awards
  • 2004: Grammy in der Kategorie Weltmusik („World Music“) für das Album Voz d’Amor
  • 2009: Ritter der Ehrenlegion[6]
  • 2010: Kora All African Music Award in der Kategorie Ehrenpreis der Jury[7]

Diskografie

Studio-Alben

  • Cesária (mit Tito Paris, Gitarre, Klavier, Gesang und Luis Morais, Klarinette, 1987)
  • La Diva Aux Pieds Nus (1988)
  • Distino de Belita (1990)
  • Mar Azul (1991)
  • Miss Perfumado (1993)
  • Cesária (1995)
  • Cabo Verde (1997)
  • Nova Sintra (1998)
  • Café Atlantico (1999)
  • São Vicente di Longe (2001)
  • Voz d’Amor (2003)
  • Rogamar (2006)
  • Nha Sentimento (2009)

Live-Alben und Zusammenstellungen

  • Sodade – Les Plus Belles Mornas de Cesária (Best-of-Sammlung, 1994)
  • Club Sodade (Remix-Album, 1996)
  • Live à l’Olympia (Live-Mitschnitt aus Paris, 1996)
  • Best Of (Best-of-Sammlung, 1998)
  • Cesária Évora (DVD, Eric Mulet, ARTE, 2001)
  • Live in Paris (Live-DVD, aufgenommen am 28. April 2001 im Zénith (Paris), 2002)
  • Anthology (Best-of-Sammlung, 2002)
  • Cesária Évora 2002 (in Japan veröffentlicht, 2002)
  • Anthologie – Mornas & Coladeras (Best-of-Sammlung, Doppel-CD-Ausgabe von Anthology, 2004)
  • Live d’Amor (Live-DVD, aufgenommen am 15. April 2004 im Le Grand Rex, Paris, 2004)
  • Radio Mindelo (Aufnahmen aus den frühen 1960er-Jahren, 2008)
  • Cesaria & (Duos mit Sängern und Sängerinnen der Welt, 2010)
  • Mãe Carinhosa (2013)
  • All Time Best (2014)
  • La Collection (6 CDs, 2014)
  • The Essential (2 CDs, Sony, 2015)

Schriften

Cesária Évora: Herzklopfen und Singen. Über ein freies Leben mit Müttern, Männern, Kindern und Musik. In: Lettre International, LI 97, Sommer 2012.

Siehe auch

  • Musik der Kapverdischen Inseln

Weblinks

 Commons: Cesária Évora – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Chartdiskografie Schweiz
  2. Cesária Évora ist tot. spiegel.de vom 17. Dezember 2011, abgerufen am 3. April 2018
  3. Sa voix est éternelle. Le Quotidien, 19. Dezember 2011
  4. Cesaria Evora bei mpc.encore.com (englisch), abgerufen am 3. April 2018
  5. a b Biographie Cesaria Evora, in: Tropical Music (Webseite ihres Labels in Deutschland), abgerufen am 15. Februar 2010
  6. Légion d'honneur pour Césaria Évora, „diva aux pieds nus et à la voix d’or“, französischsprachige Webseite der Zeitung La Dépêche vom 9. Februar 2009, abgerufen am 14. Februar 2010
  7. Franck Salin: Kora Awards 2010: où sont passés les artistes?, Afrik.com-Bericht vom 6. April 2010, abgerufen am 27. Mai 2010
Diese Seite wurde zuletzt geändert am 12.07.2018 05:37:25

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Cesária Évora aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.