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Musiker

Fats Navarro

geboren am 24.9.1923 in Key West, FL, USA

gestorben am 6.7.1950 in New York City, NY, USA

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Fats Navarro

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Theodore „Fats“ Navarro (* 24. September 1923 in Key West, Florida; † 7. Juli 1950[1] in New York City) war ein US-amerikanischer Jazztrompeter, der als einer der herausragendsten frühen Trompeter des Bebop gilt.

Leben

Fats Navarro hatte kubanische, afroamerikanische und chinesische Vorfahren und spielte schon als Kind zunächst Klavier (sein ebenfalls Klavier spielender Vater schickte ihn mit sechs Jahren zum Unterricht), begann aber im Alter von 13 Jahren Trompete und Tenorsaxophon zu spielen. Seinen ersten Job in einer Band hatte er im Orchester von Walter Johnson in Miami.

1941 verließ er die Schule und wurde in Orlando Mitglied der Band von Sol Albright, mit der er auf Tournee ging, wechselte aber im selben Jahr zu Snookum Russells Orchester in Indianapolis, wo er Freundschaft mit dem Posaunisten J. J. Johnson schloss. Russells Gruppe galt in den 1940er Jahren als eine der populären Territory Bands und stellte eine gute Trainingsmöglichkeit für den jungen Trompeter dar. Neben J. J. Johnson spielte dort auch Ray Brown. Nach zwei Jahren bei Russell wurde er erster Solist an der Trompete. In dieser Zeit war sein Stil stark von Roy Eldridge und seinem Cousin Charlie Shavers geprägt.

Anschließend spielte er von 1943 bis 1945 in Kansas City bei Andy Kirk, in dessen berühmten Swingorchester Twelve Clouds Of Joy. Der erste Trompeter des Orchesters, Howard McGhee, wurde sein engster Freund und Lehrmeister, der ihn auch an den Bebop heranführte, den Navarro in den Jazzclubs der 52nd Street hören konnte. Im Dezember 1943 entstanden Navarros erste Aufnahmen mit der Kirk-Band, die 78er für Decca mit „Fare Thee Well Honey“ / „Baby, Don't You Tell Me No Lie“.

1944 trat er in New York auf: Sein Auftritt im Apollo Theater beeindruckte die Kritiker. 1945 ersetzte er sein Vorbild Dizzy Gillespie (auf dessen Empfehlung) in der stark Bebop beeinflussten Big Band von Billy Eckstine; doch seine Mitgliedschaft in Billy Eckstine and His Orchestra endete bereits ein Jahr später. Da die Schallplattenfirmen jedoch mehr an Eckstines Balladen interessiert waren, existieren nur wenige Aufnahmen mit Soli des Trompeters in dieser Band. Nach seinem Ausscheiden bei Eckstine blieb Navarro in New York City. In der Stadt entstanden mit dem Ende der Big Bands zahlreiche kleinere Ensembles, die das ideale Format für ihn darstellten. So entstanden Aufnahmen mit Leo Parker, Sonny Stitt, Kenny Dorham und dem McGhee/Navarro Boptet.

Er spielte dann ab 1947 als Starsolist in der Band des Pianisten Tadd Dameron, aber auch mit Illinois Jacquet, Tommy Reynolds, Lionel Hampton und Coleman Hawkins. In dieser Zeit war er auch Solist in einer der “All-Stars” Gruppen, die im Rahmen der Jazz at the Philharmonic Konzerte in der Carnegie Hall spielten. Seine Verbindung mit Tadd Dameron gilt als seine musikalisch wohl produktivste Periode. Der Einfluss des Pianisten brachte einen mehr lyrischen Akzent in sein Spiel. Navarro war einer der Hauptsolisten in einem Ensemble, in dem er damals mit Musikern wie Wardell Gray, Allen Eager, J. J. Johnson, Milt Jackson, Curley Russell, Nelson Boyd und Kenny Clarke spielte. Als legendär gelten die Auftritte der Band im New Yorker Club Royal Roost. 1948 nahm er auch ein Stück als Mitglied des Bop-orientierten Benny Goodman Septetts auf („Stealin' Apples“).

Navarro genoss zu diesem Zeitpunkt beim Jazz-Publikum, Kritikern und Kollegen ein hohes Ansehen; 1948 war er Gewinner in der Leserumfrage des Metronome und trat dann mit den Metronome All Stars auf. Navarro, der spanisch sprach, spielte auch gelegentlich bei Jamsessions in den Clubs der Latin Jazz-Szene in New York. Trotz des Erfolgs gründete Navarro keine eigene Band; so entstanden unter eigenem Namen nur wenige Titel. Er nahm mit dem Perkussionisten Chino Pozo den Tadd Dameron-Titel „Jahbero“ auf, der auf „All the Things You Are“ basiert. Anfang 1949 spielte er mit „Casbah“ eine weitere Dameron-Komposition ein, die auf dem Standard „Out of Nowhere“ von 1931 basierte; hier wirkten die afro-kubanischen Perkussionisten Diego Ibarra und Carlos Vidal Bolado mit. Ende 1949 entstand ein Bop-Mambo namens „Stop“, den Don Lanphere auf der Grundlage von „Pennies From Heaven“ geschrieben hatte.

Eine Erkrankung an Tuberkulose schränkte in den letzten siebzehn Monaten seines Lebens die Aktivitäten stark ein; dennoch ging er im Februar und März 1949 auf eine JATP-Tournee. 1949 fanden daher nur zwei Studiosessions statt; eine im August mit Bud Powell und eine weitere im September mit Don Lanphere. Zuletzt holte ihn noch Charlie Parker 1950 in sein Quartett; kurz vor seinem Tod entstanden noch Live-Aufnahmen aus dem Birdland. Damals wog er aber nur noch 55 kg und bei seinem Tod schließlich nur noch 35 kg. Er starb mit 26 Jahren an den Folgen seiner Heroin-Abhängigkeit, seines Alkoholismus und einer Tuberkulose.

Wegen seiner Korpulenz und hohen Stimme hatte er auch den Spitznamen Fat Girl, den er hasste.

Würdigung

Navarro hinterließ insgesamt circa 150 Aufnahmen. 1982 wurde er von einer internationalen Kritikerschar in die Down Beat Hall of Fame gewählt. Er gilt als der Haupteinfluss für Clifford Brown und die nachfolgende Generation von Trompetern wie Benny Bailey, Lee Morgan, Freddie Hubbard, Sam Noto, Woody Shaw und später Roy Hargrove.[2] Martin Kunzler zählte ihn zu „den Frühentwickelten des Jazz, deren Karriere vor ihrem Höhepunkt abbrach“, stets erkennbar „am vollen, ungewöhnlich klaren Ton und einer technisch vollkommenen Phrasierung.“[3]

Diskografie (Auswahl)

Literatur

  • Ian Carr, Digby Fairweather, Brian Priestley: Rough Guide Jazz. Der ultimative Führer zum Jazz. 1800 Bands und Künstler von den Anfängen bis heute. 2., erweiterte und aktualisierte Auflage. Metzler, Stuttgart/Weimar 2004, ISBN 3-476-01892-X, S. 502.
  • Leonard Feather: The Encyclopedia of Jazz, Horizon Press, New York, 1960 ISBN 0-8180-1203-X.
  • Richard Cook, Brian Morton: The Penguin Guide to Jazz on CD. 6. Auflage. Penguin, London 2002, ISBN 0-14-051521-6.
  • Martin Kunzler: Jazz-Lexikon. Band 2: M–Z (= rororo-Sachbuch. Bd. 16513). 2. Auflage. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2004, ISBN 3-499-16513-9.

Weblinks

Verweise

  1. Kernfeld (Herausgeber) New Grove Dictionary of Jazz, 1988
  2. Stuart Varden, All About Jazz
  3. Kunzler, S. 847.
Diese Seite wurde zuletzt geändert am 26.12.2018 22:30:38

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