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Musiker

Milt Jackson

Milt Jackson

geboren am 1.1.1923 in Detroit, MI, USA

gestorben am 9.10.1999 in New York City, NY, USA

Links www.allmusic.com (Englisch)

Milt Jackson

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Milton „Milt“ Jackson (*  1. Januar 1923 in Detroit, Michigan; † 9. Oktober 1999 in New York City, New York), war ein amerikanischer Vibraphonist und gilt als eine der wichtigsten Persönlichkeiten des Modern Jazz.

Leben

Jackson, der die Miller High School in Chicago absolvierte, spielte dort Klavier, außerdem Violine und Pauke im Schulorchester, trommelte in der Marching Band, war Gitarrist im Schultanzorchester und sang außerdem im Gospel-Chor. 1939 wurde er durch einen Lehrer auf das Vibraphon aufmerksam gemacht und entwickelte auf dem Instrument einen eigenen, recht warmen Klang.[1] Dann studierte er Musik am Michigan State College. Er kam durch Dizzy Gillespie, der ihn 1944 bei einer Jamsession entdeckte und im Jahre 1946 in sein Sextett aufnahm, nach New York. Er sammelte schnell Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit den wichtigsten Persönlichkeiten des Jazz in jener Zeit, darunter Dinah Washington, Lucky Thompson, Howard McGhee, Coleman Hawkins, Charlie Parker und Thelonious Monk. Es war vor allem Jacksons Spiel bei der legendären Blue Note Session vom 8. Juli 1948, veröffentlicht unter dem Titel Genius of Modern Music, als er mit Titeln wie „I Should Care“, „Evidence“, „Misterioso“, „Epistrophy“ und „I Mean You“ mit Monk Klassiker einspielte, die ihn berühmt machten.

Von 1949 bis 1950 spielte er bei Woody Herman, um anschließend wieder bei Gillespie in dessen Dizzy Gillespie Big Band zu wirken. Die damalige Rhythmusgruppe des Orchesters waren er, John Lewis, Percy Heath und Kenny Clarke. Aus dieser Gruppe entstand zunächst das Milt Jackson Quartet (allerdings mit dem Bassisten Ray Brown), aus dem dann 1952 als kooperative Band das Modern Jazz Quartet entstand. Mit ihm hat Jackson bis zu seiner Auflösung 1974 und nach seiner Neugründung (1981 bis 1993) gespielt. Legendär war auch seine Mitwirkung an dem Konzert im Dezember 1954 mit Thelonious Monk und Miles Davis, das auf den Davis-Platten Bags Groove und Miles Davis and the Modern Jazz Giants veröffentlicht wurde. 1955 entstand in All Star-Besetzung das Prestige-Album Miles Davis and Milt Jackson Quintet/Sextet mit Jackie McLean und Ray Bryant. 1956 wirkte er bei Quincy Jones’ Debütalbum This Is How I Feel About Jazz mit. 1957 wurde er Dozent an der Lenox School of Jazz und wirkte bei John Lewis’ Filmmusik zu Odds Against Tomorrow (1959) mit. Er ist auch auf Platten von B. B. King und Ray Charles zu hören.

Zwischen 1975 und 1985 hat Jackson für Pablo Records von Norman Granz Platten mit Gillespie oder Oscar Peterson, aber auch „Jackson, Johnson, Brown & Company“ (mit J. J. Johnson, Ray Brown sowie Pianist Tom Ranier, Gitarrist John Collins und Drummer Roy McCurdy, 1983) aufgenommen.

Werk

Jackson war der erste Vibraphonist im Bebop und ist lange einer der führenden Instrumentalisten auf diesem Instrument im Modernen Jazz geblieben. Sein Können zeigt sich bei der souveränen melodischen Beherrschung komplexer Akkorddurchgänge.

Seine 1952 verfasste Komposition Bags’ Groove („Bags“ war sein Spitzname wegen seiner etwas herabhängenden Backen) ist zu einem Jazzstandard geworden.

Auswahldiskographie

  • Wizard of the Vibes (Blue Note, 1948–52) mit Thelonious Monk, John Lewis, Percy Heath
  • Plenty, Plenty Soul (Atlantic, 1957) mit Frank Foster, Cannonball Adderley, Sahib Shihab, Joe Newman, Horace Silver, Percy Heath, Oscar Pettiford, Art Blakey, Connie Kay u. a.
  • Bags & Trane (Atlantic, 1959) mit John Coltrane, Hank Jones, Paul Chambers, Conny Kay
  • Bags Meets Wes (OJC, 1961) mit Wes Montgomery, Wynton Kelly
  • Milt Jackson & Count Basie & The Big Band Volume 1 & 2 (OJC, 1978)
  • Ain't But a Few of Us Left (Pablo, 1981) mit Oscar Peterson, Grady Tate, Ray Brown
  • It Don’t Mean A Thing If You Can’t Tap Your Foot To It (OJC, 1984) mit Cedar Walton, Ray Brown
  • Explosive! (Qwest/Warner, 1993)

Weblinks

Literatur

  • Ian Carr, Digby Fairweather, Brian Priestley: Rough Guide Jazz. Der ultimative Führer zur Jazzmusik. 1700 Künstler und Bands von den Anfängen bis heute. Metzler, Stuttgart/Weimar 1999, ISBN 3-476-01584-X.
  • Leonard Feather, Ira Gitler: The Biographical Encyclopedia of Jazz. Oxford University Press, New York NY u. a. 2007, ISBN 978-0-19-532000-8.
  • Wolf Kampmann (Hrsg.), unter Mitarbeit von Ekkehard Jost: Reclams Jazzlexikon. Reclam, Stuttgart 2003, ISBN 3-15-010528-5.
  • Martin Kunzler: Jazz-Lexikon. Band 1: A–L (= rororo-Sachbuch. Bd. 16512). 2. Auflage. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2004, ISBN 3-499-16512-0; auch erschienen als Sonderband der Digitalen Bibliothek, Directmedia Publishing Berlin 2005: ISBN 3-89853-018-3

Einzelnachweise

  1. Hans-Jürgen Schaal Milt Jackson Die singenden Vibes (2003)
Diese Seite wurde zuletzt geändert am 27.09.2018 19:11:57

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