Dennis Hopper

Dennis Hopper

geboren am 17.5.1936 in Dodge City, Kansas, USA

gestorben am 29.5.2010 in Venice, CA, USA

Dennis Hopper

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Dennis Lee Hopper (* 17. Mai 1936 in Dodge City, Kansas; 29. Mai 2010[1] in Venice, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler und Regisseur.

Leben

Dennis Hopper wuchs auf einer Farm in Dodge City, Kansas auf, bevor er mit seinen Eltern nach San Diego zog.

Er war insgesamt fünfmal verheiratet:

  • Brooke Hayward (1961-1969)
  • Michelle Phillips (31. Oktober 1970 8. November 1970)
  • Daria Halprin (1972-1976)
  • Katherine LaNasa (1989-1992)
  • Victoria Duffy (1995-2010)

Er hat vier Kinder von vier verschiedenen Frauen. Im Januar 2010 reichte Hopper die Scheidung von Duffy ein.

Hopper starb in seinem Haus in Venice an den Folgen von Prostatakrebs.[1][2] Er wurde in Taos, New Mexico, beerdigt.[3] In diesem Ort und Umgebung entstanden weite Teile des Films Easy Rider.

Filmschauspieler und -regisseur

In San Diego ermutigte ihn die Schauspielerin Dorothy McGuire Mitte der 1950er Jahre, nach Hollywood zu gehen und sein Glück im Filmgeschäft zu suchen.

Nach einigen Auftritten im Fernsehen wurde er von Warner Brothers unter Vertrag genommen. Zwei seiner ersten Filmrollen hatte er in den James-Dean-Klassikern   denn sie wissen nicht, was sie tun und Giganten. Dean zählte auch privat zu seinen Freunden; sie beide verband die Leidenschaft für schnelle Autos und Motorräder. Da Hopper jedoch als stur und unbelehrbar galt, wurden ihm kaum Hauptrollen angeboten. Er besuchte die Lee-Strasberg-Schule The Actors Studio und trat in einigen Western in Nebenrollen auf. Über den B-Movie-Regisseur Roger Corman lernte er Peter Fonda kennen und freundete sich mit ihm an.

1969 drehten die beiden für 400.000 US-Dollar das Roadmovie Easy Rider. Der Film wurde zum Kulthit der Hippie-Bewegung und schließlich zur Legende, ebenso wie der berühmte Titelsong Born to Be Wild. Der Grund dafür war vor allem, dass er sich grundlegend von allem unterschied, was man je zuvor im Kino gesehen hatte. Easy Rider passte in kein Schema, wirkte nicht angestaubt, sondern frisch New Hollywood war geboren und hatte mit Dennis Hopper, Peter Fonda und Jack Nicholson drei seiner ersten Helden gefunden.

Hopper galt weiterhin als Exzentriker und mit seiner nächsten Regiearbeit The Last Movie gewann er 1971 den Kritikerpreis als bester Film bei den Filmfestspielen in Venedig. Doch in Hollywood erntete Hopper durchgehend schlechte Kritiken. Da er durch seine Eigenwilligkeit in Konflikt mit den meisten Regisseuren geriet, stand er lange Zeit auf einer so genannten Schwarzen Liste. In den 1970er und 1980er Jahren hatte er aus diesem Grund fast keine kommerziellen Erfolge, mit Ausnahme seiner Nebenrolle als Journalist im preisgekrönten Meilenstein der New-Hollywood-Ära Apocalypse Now (1979). Er drehte viel in Europa und arbeitete u.  a. mit dem deutschen Regisseur Roland Klick für den Film White Star zusammen. Wim Wenders holte ihn für Der amerikanische Freund neben u. a. Bruno Ganz und Lisa Kreuzer vor die Kamera.

1986 erregte Hopper Aufsehen in der Rolle eines Sadisten in David Lynchs Blue Velvet. 1988 erreichte er mit seiner Regiearbeit Colors Farben der Gewalt erstmals seit Easy Rider wieder ein breiteres Publikum. Nach einem längeren Aufenthalt in einer Therapieeinrichtung wegen seines hohen Drogen- und Alkoholkonsums zog er von Texas, wo er zu der Zeit lebte, nach Los Angeles zurück und war in den Folgejahren in mehreren Hollywoodproduktionen zu sehen meist in Nebenrollen.

Einer seiner bekanntesten Filme aus den 1990er Jahren ist Speed, in dem er den psychopathischen Verbrecher Howard Payne spielt, der einen Bus in die Luft jagen will. Doch das ist nur eines von fast 50 Projekten, an denen Hopper in den 1990er Jahren mitwirkte. Insgesamt hat er über 140 Filme gedreht.

Der deutsche Synchronsprecher von Hopper war seit 1976 Joachim Kerzel.

Fotografie und Malerei

Zwei seiner größten Leidenschaften neben der Schauspielerei waren die Fotografie und die Malerei. Seine Werke wurden weltweit ausgestellt. Seine Fotografien aus der Zeit von 1961 bis 1967 wurden unter dem Titel Dennis Hopper: The Lost Album im Herbst 2012 im Martin-Gropius-Bau in Berlin ausgestellt. Hierbei handelt es sich um Aufnahmen, die Hopper an verschiedenen Orten in den USA machte. Sie zeigen Alltagssituationen als auch Prominente der 1960er Jahre, wie z.B. Paul Newman, Phil Spector, Jane Fonda, Ike & Tina Turner, Andy Warhol und Martin Luther King auf dem Marsch von Selma nach Montgomery. Teilweise waren die Fotografien bereits in Zeitschriften wie Vogue oder Artforum veröffentlicht worden.[4]

Dem bildenden Künstler Dennis Hopper widmete das Museum of Contemporary Art, Los Angeles (MOCA) 2010 eine Ausstellung: Dennis Hopper: Double Standard.[5] Die Ausstellung wurde von Julian Schnabel kuratiert, der Hopper sein künstlerisches Vorbild nennt. Zudem war Hopper Kunstsammler.

Auszeichnungen (Auswahl)

  • Hopper war 1970 und 1987 für den Oscar nominiert, erst in der Kategorie Best Writing, Story and Screenplay Based on Material Not Previously Published or Produced für Easy Rider, dann als bester Nebendarsteller für seine Rolle in Freiwurf.
  • 1995 erhielt er für seine Rolle des Bösewichts in Speed einen MTV Movie Award. Im gleichen Jahre wurde er mit der Goldenen Himbeere für seine Darstellung in Waterworld ausgezeichnet.
  • Am 26. März 2010 wurde Hopper mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame in der Kategorie Film (6712 Hollywood Boulevard) geehrt.[6]

Filmografie (Auszug)

als Schauspieler

  • 1955: Gegen alle Gewalten (I Died a Thousand Times)
  • 1955: denn sie wissen nicht, was sie tun (Rebel without a Cause)
  • 1956: Giganten (Giant)
  • 1957: Zwei rechnen ab (Gunfight at the O.K. Corral)
  • 1957: The Story of Mankind
  • 1957: Sayonara ungenannt
  • 1958: Schieß zurück, Cowboy (From Hell to Texas)
  • 1959: Land ohne Gesetz (The Young Land)
  • 1960: Die Wölfe von Los Angeles (Key Witness)
  • 1964: Bonanza Staffel 5 Episode 31 Eine verlorene Seele (Kopfgeldjäger Dev Farnem)
  • 1965: Die vier Söhne der Katie Elder (The Sons of Katie Elder)
  • 1967: Der Unbeugsame (Cool Hand Luke)
  • 1967: The Trip
  • 1968: Hängt ihn höher (Hang 'Em High)
  • 1968: Wild Side Gang, auch The Glory Stompers
  • 1969: Easy Rider
  • 1969: Der Marshal (True Grit)
  • 1973: Kid Blue
  • 1976: Mad Dog (Mad Dog Morgan)
  • 1976: Tracks
  • 1977: Der amerikanische Freund
  • 1979: Apocalypse Now
  • 1980: Out of the Blue
  • 1982: Human Highway
  • 1983: Rumble Fish
  • 1983: White Star
  • 1984: Inside Man (Slagskämpen)
  • 1985: Future Project Die 4. Dimension (My Science Project)
  • 1986: Blue Velvet
  • 1986: Das Messer am Ufer (Rivers Edge)
  • 1986: Freiwurf (Hoosiers)
  • 1986: The Texas Chainsaw Massacre Part 2
  • 1987: Die schwarze Witwe (Black Widow)
  • 1987: Straight to Hell
  • 1989: Chattahoochee Regie: Mick Jackson
  • 1989: Blood Red Stirb für dein Land (Blood Red)
  • 1990: Flashback
  • 1990: Catchfire (Backtrack)
  • 1990: Tollwütig (Paris Trout)
  • 1991: Schneeweißrosenrot (SnowwhiteRosered)
  • 1991: Der Drogencop (Doublecrossed)
  • 1991: Indian Runner (The Indian Runner)
  • 1991: Heiße Nächte in L.A. (Sunset Heat)
  • 1993: Red Rock West
  • 1993: True Romance
  • 1993: Boiling Point Die Bombe tickt (Boiling Point)
  • 1993: Super Mario Bros.
  • 1994: Speed
  • 1994: Chasers Zu sexy für den Knast (Chasers)
  • 1995: Waterworld
  • 1995: Search and Destroy (The Moviemaker)
  • 1996: Basquiat
  • 1996: Frankie The Fly (The Last Days of Frankie The Fly)
  • 1996: Die Bibel Samson und Delila (Samson and Delila)
  • 1996: Acts of Love In den Fängen der Sinnlichkeit (Carried Away)
  • 1996: Space Truckers
  • 1997: Showdown (Top of the World)
  • 1998: Tycus Tod aus dem All (Tycus)
  • 1999: Bad City Blues
  • 1999: EDtv
  • 1999: Straight Shooter
  • 1999: Jesus' Son
  • 2000: Prophets Game Im Netz des Todes
  • 2000: Jason und der Kampf um das Goldene Vlies (Jason and the Argonauts)
  • 2000: Kidnapped Tödlicher Sumpf (Held for Ransom)
  • 2001: Unspeakable Der Todestrip
  • 2001: 24 (Fernsehserie, Gastauftritt)
  • 2001: Ticker
  • 2001: Knockaround Guys
  • 2001: L.A.P.D. To Protect and to Serve
  • 2002: The Piano Player
  • 2004: The Last Ride
  • 2004: The Keeper In seiner Gewalt
  • 2004: Out of Season
  • 2005: Land of the Dead
  • 2005: House of 9
  • 2005-2006: E-Ring Military Minds (E-Ring, Fernsehserie)
  • 2006: Memory Wenn Gedanken töten (Memory)
  • 2006: Streets of Philadelphia Unter Verrätern (10th & Wolf)
  • 2008: Hell Ride
  • 2008: Sleepwalking
  • 2008: Palermo Shooting
  • 2008: Swing Vote
  • 2008: Big Fat Important Movie (An American Carol)
  • 2008: Elegy oder die Kunst zu lieben (Elegy)
  • 2008-2009: L.A. Crash (Crash, Fernsehserie)
  • 2010: Alpha and Omega (voice of Tony)

als Regisseur

  • 1969: Easy Rider
  • 1971: The Last Movie
  • 1980: Out of the Blue (alternativ Dynamite Punk )
  • 1988: Colors Farben der Gewalt (Colors)
  • 1990: Catchfire (Backtrack)
  • 1990: The Hot Spot Spiel mit dem Feuer
  • 1994: Chasers Zu sexy für den Knast
  • 2000: Homeless (Kurzfilm)
  • 2008: Pashmy Dream (Kurzfilm)

Fotoausstellung

  • 2012: The Lost Album, Martin-Gropius-Bau, Berlin (gleichnamige Buch-Publikation im Prestel Verlag (26. September 2012))

Literatur

  • Tom Folsom: Dennis Hopper. Die Biografie. Karl Blessing, München 2013, ISBN 978-3-89667-497-5. (Mit 14 Schwarz-Weiß-Bildern)

Weblinks

Commons: Dennis Hopper  Bilder, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 sueddeutsche.de (Hrsg.): Ein junger Wilder bis zuletzt. 2010-05-29 (Zugriff am 2010-06-06)
  2. Spiegel-Online (Hrsg.): US-Schauspieler Dennis Hopper ist tot. 2010-05-29 (Zugriff am 2010-06-06)
  3. n-tv (Hrsg.): Bye bye, Dennis Hopper. 2010-06-03 (Zugriff am 2010-06-06)
  4. "Ich war ein Hippie"; Artikel von Andreas Hartmann in taz, die tageszeitung; Ausgabe 26.September 2012
  5. MOCA.org (Hrsg.): DENNIS HOPPER DOUBLE STANDARD. 2010-07-10 (Zugriff am 2010-07-10)
  6. L. A. Times (Hrsg.): With Jack Nicholson looking on, a beaming Dennis Hopper joins the Hollywood Walk of Fame. 2010-03-26 (Zugriff am 2010-06-06)
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Diese Seite wurde zuletzt geändert am 01.03.2014 16:53:15

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