Konzertbericht: Eric Clapton trifft Steve Winwood in Basel

Blind Faith im Jahre 1969
Blind Faith im Jahre 1969
(Quelle: wordpress.com)
Die St. Jakobshalle in Basel war ausverkauft - aus gutem Grund. Zwei Giganten des Gitarrenspiels gaben am 26. Mai ihr gemeinsames Gastspiel: Eric Clapton und Steve Winwood. Bereits Ende der 60er Jahre spielten sie mit ihrer gemeinsamen Band Blind Faith, doch für mehr als eine Tour reichte es nicht: Das Gespann löste sich bereits nach 18 Monaten schon wieder auf.

Die Lust am Duell ist geblieben und so kam das Publikum in den Genuss zweier ganz grosser Musiker, die einfach noch einmal die alten Zeiten aufleben liessen.

Einer unserer Hörer war dabei und hat uns seinen Konzertbericht zugeschickt, den wir an dieser Stelle natürlich gerne veröffentlichen. Vielen Dank an Matthias Köstle!

Slowhand und Mr. Fantasy

Eric Clapton und Steve Winwood
Eric Clapton und Steve Winwood
(Quelle: www.abendblatt.de)

Text: Matthias Köstle

Eric Clapton und Steve Winwood zelebrierten am 26. Mai vor 9000 Fans in der ausverkauften Basler St. Jacobshalle ihre grössten Hits.

Die Bühne hatte Wohnzimmercharakter, grosse Bühnenshow war nicht angesagt und da passte es, dass die beiden Hauptakteure lässig auf die Bühne geschlendert kamen, Jeans und Hemd – leger, und eine "kleine" Session spielten. Trotz der grossen Kulisse hatte das Ganze einen sehr intimen Charakter und eine harmonische Atmosphäre.

Schon mit dem ersten Stück "Had To Cry Today" aus den alten Blind Faith Tagen wurde klar, wo die Reise hingeht – Bluesrock, so wie ihn die beiden Herren schon seit Jahren beherrschen und spielen und bei dem sie sich kongenial ergänzen.

Ganz im Sinne des Namensgebers der Halle, dem heiligen Jacobus, schritten Eric Clapton und Steve Winwood auf einem "Pilgerweg" durch nahezu 50 Jahre Rockgeschichte. Die Meilensteine die sie passierten, spielten sie mit Verve und Leidenschaft, ganz so, als müssten sie die Werke erst heute zu ihrem Erfolg führen. Mit intensiven Gitarrensoli und wundervollen Einlagen auf der Hammond Orgel wurde jeder Song regelrecht zelebriert.

Und so wurde den Fans, die auch aus Frankreich und Deutschland angereist waren, ein Programm aus Rockklassikern wie "Cocaine", "Layla", "Gimme some loving" und "After midnight" präsentiert, das es in sich hatte. Höhepunkt war unbestritten die sehr gefühlvolle Bluesnummer "Georgia on my mind", bei der Steve Winwood einmal mehr bewies, dass er eine sehr einfühlsame, leidenschaftliche Stimme hat, die seine Musikalität bravourös abrundet. Und natürlich darf eine Nummer von Jimi Hendrix nicht unerwähnt bleiben: "Voodo Chile". Steve Winwood entlockt seiner Hammond Orgel alles, was sie zu bieten hat, singt melancholisch enthusiastisch und wird immer wieder von Eric Clapton mit Licks unterstützt, die er gefühlvoll seiner Fender Strat entlockt. Das Gitarrensolo ist Gänsehaut pur. Die Zugabe "Dear Mr. Fantasy" aus Winwoods "Traffic" Zeiten steht dem in nichts nach und ist ein Konzertabschluss, wie man ihn sich nur wünschen kann.

Ein wunderbares Konzert ging nach über zwei Stunden zu Ende und entliess die Fans in die Nacht, mit der Erinnerung an die Begegnung zweier Musiker, die sich erstklassig und leidenschaftlich ergänzen und die mit ihren über 60 Jahren noch nichts an Vitalität verloren haben.